ProFiL

Projektvorstellung
ProFiL
Projektbeschreibung

Der Nachlassfonds Hilde Schuff des Zentrum Geisteswissenschaften unterstützt Lehrveranstaltungen, in denen Studierende einen Themenkomplex aus verschiedenen disziplinären Perspektiven bearbeiten. Der Schwerpunkt liegt auf Lehrformaten, die Forschungs- oder Praxischarakter haben und produktorientiert arbeiten. Das können z.B. Ausstellungen sein oder Filme, Bilder, Podcasts und natürlich Texte, die zur Veröffentlichung geschrieben werden.

Mit dem Stiftungsfonds soll die Sichtbarkeit von Lehre im Allgemeinen erhöht werden und es soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Ergebnisse studentischer Forschung einem Publikum zu präsentieren und so die Relevanz der eigenen Studieninhalte und Studienergebnisse zu erfahren. Studierende sollen die Multiperspektivität der Geisteswissenschaften in Bezug auf ein Thema erfahren und dabei zugleich die Gelegenheiten erhalten, bereits im Studium erste praktische Erfahrungen mit Blick auf einen Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler*innen sammeln zu können.

Lehrende haben die Möglichkeit, für die Entwicklung und Durchführung von Formaten Forschenden Lernens Unterstützung zu erhalten. Um mit dem Projekt auch einen interdisziplinären Dialog zu fördern, stehen jeweils zwei Semester unter einem gemeinsamen Oberthema. Lehrende und Studierendengruppen sind eingeladen, Aspekte des Oberthemas in der Lehre zu behandeln und so zugleich die Vielfalt der Disziplinen, fachlichen Zugänge und methodischen Arbeitsweisen der Geisteswissenschaften deutlich werden zu lassen. Eine Beschreibung der Oberthemen ist im Anschluss zu finden.

Zudem bietet am Ende jedes Sommersemesters ein Studienkongress die Möglichkeit, die Ergebnisse der Lehrprojekte in Vorträgen, Posterpräsentationen, Filmen oder anderen Formaten zu präsentieren und so über die Fachgrenzen hinaus mit Kommiliton*innen ins Gespräch zu kommen und der (Universitäts-)Öffentlichkeit die Produkte zu präsentieren. 

Die folgenden Seiten präsentieren eine Auswahl der in den Lehrprojekten erarbeiteten Ergebnisse. 

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, erfahren Sie auf der Webseite der Goethe-Universität mehr über die Modalitäten der Teilnahme und Termine für eine Bewerbung .

Konstruktionen von Kultur

Kultur‘ ist ein vieldeutiger Begriff, denn er beinhaltet ein dynamisches Gefüge von Deutungen, Praktiken und Symbolen, das aktiv von Individuen und Gemeinschaften geschaffen, interpretiert und transformiert wird.

‚Kultur‘ ist damit Ausdruck sozialer und individueller Zugehörigkeiten und Weltdeutungen, bisweilen sogar Sinnstiftungen.

Sowohl Dauer und ‚Tradition‘ als auch Dynamik und Innovation prägen kulturelle Erzeugnisse und Praktiken, zudem die historischen, sozialen und politischen Kontexte, in denen sie entstehen und sich weiterentwickeln.

Das Oberthema des Wintersemesters 2025/26 und des Sommersemesters 2026 ermunterte Lehrende und Studierende aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen, den Konstruktionscharakter von Kultur(en) in den Blick zu nehmen und ermöglichte es, sowohl ihre Bindung an ‚traditionell‘ geformte und gleichzeitig dynamische soziale oder sprachliche Einheiten aber auch Eigenwert und Eigenlogik von Kulturtechniken in Kunst, Musik und Literatur sowie in sozialen, politischen und rechtlichen Ordnungssystemen zu betrachten.

Freiheit und Grenzen

Freiheit umfasst persönliche, sehr individuelle Aspekte ebenso wie gesellschaftliche und politische Dimensionen. Freiheit als das Recht auf die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit billigt das Grundgesetz jedem zu.

Dieses bereits in Artikel 2 des Grundgesetztes formulierte sehr weitgehende Freiheitsversprechen wird in anderen Artikeln konkretisiert und wiederholt als Glaubens- und Gewissensfreiheit, Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit, als Freiheit von Kunst und Wissenschaft.

Doch grenzenlos ist diese Freiheit nicht. Sie hat die Persönlichkeitsrechte Anderer zu achten und wird limitiert durch die „verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz“ (Art. 2 GG).

Die Suche nach persönlicher Befreiung oder der Kampf um politische Freiheit, partikulare Freiheitsrechte oder Freiheitsentzug, notwendige Grenzen oder massive Beschränkungen von Freiheit, Freiheit als Verheißung oder als ängstigende Unsicherheit – das Oberthema des Wintersemesters 2026/27 und des Sommersemesters 2027 lädt Lehrende und Studierende aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen ein, das Thema aus der jeweiligen Fachperspektive zu beleuchten oder einzelne Aspekte aufzugreifen.