Der bürgerliche Vater des 19. Jahrhunderts war Familienoberhaupt, Ernährer und oberste Autorität – häufig abwesend, aber dennoch allgegenwärtig. Zwischen patriarchaler Machtstellung, beruflicher Identifikation und erzieherischem Anspruch prägte er das bürgerliche Familienleben, insbesondere das seiner Kinder, nachhaltig.
Autorin: Lea Ganzert
Die Konzeption von Vaterschaft geriet in der Bundesrepublik seit den 1950er Jahren zunehmend in Bewegung. Gesellschaftliche und feministische Kritik, die 68er-Bewegung sowie neue psychologische Erkenntnisse stellten traditionelle Rollenbilder infrage und formten allmählich das Leitbild eines ‚neuen‘ Vaters: emotional zugewandt, erzieherisch präsent und familienorientiert. Dieser Wandel vollzog sich jedoch stets im Spannungsfeld zwischen normativem Anspruch und gelebter Praxis.
Autorin: Lea Ganzert
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Bilderbücher im modernen Sinn zu einem eigenständigen Medium für Kinder von zwei bis acht Jahren, bei dem die Illustration gegenüber dem Text dominiert. Sie zählen seither zur grundlegenden Ausstattung des Kinderzimmers und gelten als selbstverständlicher Bestandteil der Erziehung. Die Bilderbücher des 19. Jahrhundert zeigten eine idealisierte Darstellung der bürgerlichen Lebenswelten. Hierzu gehört auch die Vorstellung festgefügter und klar unterschiedener Geschlechterrollen. Sie erscheinen typisiert und normativ und werden als natürliche Ordnung vermittelt.
Autorin: Viola Tewelde
Die Rolle der Frau im Nationalsozialismus war hauptsächlich über die Mutterschaft definiert. Im Nationalsozialismus galt die Familie als Kern der Gesellschaft und es waren die Frauen, die gebraucht wurden, um diesen Kern zu bewahren. Die Frau hatte die Funktion der Reproduktion, aber nur von gesellschaftlich erwünschten Kindern, um den Bestand der „arischen Rasse“ zu beschützen.
Autorin: Mariam Fiedler