Konstruktionen von Kultur

Kultur‘ ist ein vieldeutiger Begriff, denn er beinhaltet ein dynamisches Gefüge von Deutungen, Praktiken und Symbolen, das aktiv von Individuen und Gemeinschaften geschaffen, interpretiert und transformiert wird.

‚Kultur‘ ist damit Ausdruck sozialer 2 und individueller Zugehörigkeiten und Weltdeutungen, bisweilen sogar Sinnstiftungen.

Sowohl Dauer und ‚Tradition‘ als auch Dynamik und Innovation prägen kulturelle Erzeugnisse und Praktiken, zudem die historischen, sozialen und politischen Kontexte, in denen sie entstehen und sich weiterentwickeln.

Den Konstruktionscharakter von Kultur(en) in den Blick zu nehmen, ermöglicht es, sowohl ihre Bindung an ‚traditionell‘ geformte und gleichzeitig dynamische soziale oder sprachliche Einheiten aber auch Eigenwert und Eigenlogik von Kulturtechniken in Kunst, Musik und Literatur sowie in sozialen, politischen und rechtlichen Ordnungssystemen zu betrachten.

Gesellschaftliche Rollenbilder waren und sind stark vom Geschlecht geprägt. Zugleich sind diese Rollenbilder nicht statisch, sondern wandeln sich. Anhand ausgewählter Bildbeispiele werden die Ausprägung und der Wandel von Geschlechterrollen seit dem 19. Jahrhunderts gezeigt und die Lebenswirklichkeiten, die sich daraus ergaben.
Im Seminar "Akteure und Institutionen auf dem Buchmarkt" entstand gemeinsam mit Studierenden der Podcast "Hinter den Seiten". In Workshops mit der Journalistin Christina Gehrlein entwickelten Studierende eigene Episoden zu Themen des Literaturbetriebs. Seit Mai erscheinen die professionell produzierten Folgen auf Spotify und machen studentische Forschung öffentlich sichtbar.
Ein konkreter „Forschungsauftrag“ zur Erschließung und Untersuchung der Magisterarbeiten-Bibliothek des Historischen Seminars gibt Studierenden an Material aus der eigenen Institutsgeschichte Gelegenheit zur Entwicklung eigener Forschungsansätze. Zugleich werden in der Lehrveranstaltung gezielt Peer-gesteuerte Formate erprobt und evaluiert, die expliziter Bestandteil neuer Studienordnungen (ab 2027) sind.
Das Lehrprojekt untersuchte, wie Kultur- und Identitätsvorstellungen im Japan vom späten Edo bis zur Meiji-Zeit im Kontext zunehmender globaler Kontakte formuliert wurden. Anhand von Primärtexten (u. a. Kokugaku und Mitogaku) und visuellen Medien analysierten Studierende ideengeschichtliche Debatten und präsentierten ihre Ergebnisse in thematischen Postern und einer gemeinsamen Symposiumspräsentation.
Im Rahmen dieses Seminars zu Sappho in der Weltliteratur wurden wissenschaftliche Poster erarbeitet und im Anschluss auf einem Symposium präsentiert. Das Seminar bestand aus zwei Teilen: einem gemeinsamen Lektüreprogramm und der selbstständigen Forschung zu einem Rezeptionsfall von Sappho in der Weltliteratur. Diese Poster wurden dann in einer Ausstellung einem erweiterten universitären Publikum zur Verfügung gestellt. Die Posterausstellung wurde von wissenschaftlichen Vorträgen und Einführungen in die Rezeptionsfälle begleitet. Inhaltlich haben sich die Poster vor allem auf das 20. und 21. Jahrhundert konzentriert und nachgezeichnet, wie Sappho in Indien, Argentinien, China und den Vereinigten Staaten gelesen und in den sozialen Medien referenziert wird.
In Projektseminar HEIMAT:COMIC:KULTUREN wurde die Frage untersucht wie Kulturen – kulturelle Identitäten und ihre Verortungen, kulturelle Konflikte und ihre Verhandlungen – im Medium Comic dar- und hergestellt werden bzw. wie das kulturelle Artefakt 'Comic' zur Dar- und Herstellung von Kultur(en) beiträgt.
Im Lehrprojekt untersuchen wir, wie Bücher aufgrund ihrer Gestalt an der Konstruktion von Kulturen mitwirken. Ziel ist es zu erfahren, welche Anteil das Buch zu einem umfassenden Raum der Reflexion machen und wie dieser Raum aktiv genutzt werden kann. Das Lehrprojekt führt Theorie und Praxis am Beispiel des Buches zusammen.
Beschreibung des Seminars „Re: Feministische Filmkulturen“ (WiSe 25/26) Remake, Re(en)act und Resist: Das sind Prinzipien, die hinter zahlreichen feministischen Medienpraktiken stehen. Von Adaptionen alter Stoffe zu eigenwilliger Videokunst, von Frauenfilmfestivals zu aufmüpfigen Insta-Stories – feministische Filmkultur ist überall. Doch wie lassen sich diese zusammendenken? Anstatt feministische Kultur als feste Tradition oder identitätsstiftende Kategorie zu begreifen, gehen wir davon aus, dass sie sich vor allem im Reagieren bemerkbar macht!