Dieses Projekt geht von einer einfachen, aber dringlichen Beobachtung aus: Feministische Filmkultur ist überall und nirgends. Von Make-up-Tutorials zu Videokunst, von Star-Dokus zu politischen Kampagnen – feministische Gesten ziehen sich durch alltägliche Medienpraktiken. Doch wie lassen sich populäre und scheinbar banale Formen neben raffinierten künstlerischen Arbeiten als Ausdruck einer feministischen Kultur lesen?
Im Seminar wurde feministische Filmkultur als ein dynamisches, umkämpftes und historisch situiertes Feld kultureller Sinnstiftung untersucht. Anstatt feministische Kultur als feste Tradition oder Identitätsmarker zu behandeln, fragten wir, wie sie kontinuierlich konstruiert wird – durch sich wandelnde künstlerische Praktiken, politische Kontexte und technologische Prozesse, wobei die feministische Film- und Medienkultur als Ort politischer und ästhetischer Arbeit behandelt und verstanden wurde. Anhand etlicher Beispiele erforschten die Studierenden, wie sich feministische Praktiken zwischen Avantgarde und Alltagskultur, zwischen Widerstand und Vereinnahmung, zwischen Subversion und Spektakel bewegen.
Mithilfe einer gemeinsam erarbeiteten Basis bestehend aus aktueller feministischer Literatur widmeten sich die Studierenden den drei Begriffen Remake, Re(en)act und Resist. Die Studierenden untersuchten, wie Antwort, Wiederholung und Adaption als feministische Strategien funktionieren und wie sich Film – in einem weiten Verständnis – in Objekte und Genres hinein erweitert, die im klassischen filmwissenschaftlichen Kanon meist ausgeklammert werden.
Durch den Fokus auf Konstruktionsprozesse und die Frage, wofür Feminismus heute steht und durch welche Medien er vermittelt wird, bauten wir analytische und kritische Kompetenzen auf, mit denen gesellschaftliche Strukturen und die eigenen Alltagswelten reflektiert, hinterfragt und rekonstruiert werden können.
Im wöchentlichen Seminar haben wir die theoretischen und analytischen Grundlagen feministischer Kulturpraktiken in Film, Video, Performancekunst und digitalen Medien erforscht. Diese setzten sich aus historischen und zeitgenössischen Medien zusammen – von Spielfilmen (Flickorna, 1968, Mädchen in Uniform, 1931, dessen Remake von 1958 und Born in Flames, 1983), Videokunst und Performance (Catherine Grants Videoessays zu Mädchen in Uniform, Martha Roslers „Semiotics of the Kitchen“ und diverse Remakes und Reenactments davon), unabhängige Medienprojekte (Kulturvotzen-TV), bis hin zu kommerziellen Formaten (YouTube-Video-Reactions, feministische Podcasts und Magazine).
Im wöchentlichen Seminar haben wir die theoretischen und analytischen Grundlagen feministischer Kulturpraktiken in Film, Video, Performancekunst und digitalen Medien erforscht. Diese setzten sich aus historischen und zeitgenössischen Medien zusammen – von Spielfilmen (Flickorna, 1968, Mädchen in Uniform, 1931, dessen Remake von 1958 und Born in Flames, 1983), Videokunst und Performance (Catherine Grants Videoessays zu Mädchen in Uniform, Martha Roslers „Semiotics of the Kitchen“ und diverse Remakes und Reenactments davon), unabhängige Medienprojekte (Kulturvotzen-TV), bis hin zu kommerziellen Formaten (YouTube-Video-Reactions, feministische Podcasts und Magazine).
Das Seminar kombinierte Lektüren und Screenings sowie einen Festivalbesuch bei Remake Frankfurter Frauen* Film Tage (Anfang Dezember) mit drei Gastbeiträgen: einem Gespräch mit Festivalleiterin Gaby Babić im Rahmen von Remake, einem Vortrag von Medienwissenschaftlerin Marie Sophie Beckmann über feministische Kinokultur als Protestkultur, und einer Präsentation der Künstlerin Sonja Yakovleva. Die Gäste brachten durch ihre Arbeit und Perspektiven situiertes Wissen in das Seminar ein und erweiterten so die Diskussion im Seminarraum.
Der Abschluss des Seminars fand mit einem halbtägigen Mini-Symposium am 2. Februar 2026 statt, bei dem die Studierenden ihre eigenständigen Forschungsprojekte vorstellten, die im Laufe des Semesters entwickelt und in der vorlesungsfreien Zeit ausgearbeitet wurden. Das Mini-Symposium organisierten und moderierten die Studierenden des Masterstudiengangs „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“. Die Veranstaltung verstand sich als Raum für Peer-to-Peer-Austausch und als semi-öffentliche Veranstaltung, die den Seminarraum für ein breiteres universitäres Publikum öffnete.
Das Seminar war Teil eines zwei-semestrigen Lehrprojekts, das im Sommersemester 2026 mit einem praxisorientierten Blockseminar zum feministischen Kuratieren fortgesetzt wurde.
Prof. Dr. Laliv Melamed
Fach/Institut: Filmwissenschaft, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Rolle: Sonstiges
Sonstige Rolle: begleitende Professorin
Dr. Clara Podlesnigg
Fach/Institut: Digitale Filmkulturen, Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaft
Rolle: Veranstaltungsleitung
Yumi Petschick
Fach/Institut: Digitale Filmkulturen, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Rolle: Studentische Hilfskraft
Dr. Marie Sophie Beckmann
Fach/Institut: Institut für Kunst und visuelle Kultur (Universität Oldenburg)
Rolle: Referent*innen (extern)
Sonja Yakovleva
Fach/Institut: Künstler*in
Rolle: Referent*innen (extern)
Elena Baumeister
Fach/Institut: Filmwissenschaftlerin
Rolle: Referent*innen (extern)