Das Buch als Reflexionsraum

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Beschreibung des Lehrprojekts

Im Umgang mit Büchern haben wir gelernt, das Medium zu übersehen, um uns umso mehr auf die Inhalte zu konzentrieren. Tatsächlich jedoch steht die gesamte Gestaltwerdung steht beim
Buch – vielleicht mehr als bei anderen Gegenständen – in engem wechselseitigem Bezug zu seinen Vermittlungsabsichten. Als inhaltsvermittelnde und als materialgebundene Objekte
nehmen Bücher Einfluss darauf, wie wir Wissen und Informationen rezipieren und daraus unser Bild von Welt formen. So wirken Bücher in mehrfacher Hinsicht an der Konstruktion von
Kulturen mit. Diese den Büchern eingeschriebenen, umfassenden Ausdrucks- und Vermittlungsmöglichkeiten untersuchen Studierende der Fächer Kunstgeschichte an der Goethe Universität und von Arts Plastiques der Universität Rennes/Frankreich an Beispielen aus zwei ausgewiesenen Buchsammlungen. Die theoretisch-forschende Vermittlung ergänzen Gastreferenten, die aus ihrer Perspektive als Verleger und Künstler Einblick in die Praxis geben.

Im Wintersemester setzen sich die Studierenden setzen mit den Kriterien auseinander, die ein Buch als Reflexionsraum ausweisen und leiten daraus die Kriterien ab, die das Buch als
Baustein bei der Konstruktion von Kulturen ausweist. Sie erkunden die konzeptionellen und materiellen Eigenschaften und befragen sie auf ihre Aussagekraft im Gesamtkotext, also
welchen Anteil Materialität und Medialität bei der buchmedialen Vermittlung und wie sie u. a. die Rezeption von Text beeinflussen.

Das Sommersemester dient der Umsetzung der im Wintersemester erarbeiteten Ergebnisse.

  • In einem ersten Schritt werden die zu den einzelnen Büchern – konkret Künstlerbüchern – verfassten Texte für eine Publikation aufbereitet: Redaktion, Überprüfung von Abbildungsnachweisen und ev. Einholen von Bildrechten.
  • In einem zweiten Schritt wird ein Konzept entwickelt, dass die Erarbeitungen materiell und medial erfahrbar werden lässt. Geplant ist eine Buchform, die aufgrund ihrer Haptik und
    ihrer medialen Eigenschaften die Prinzipien von Künstlerbuch und Montage am Künstlerbuch veranschaulicht und fühlbar macht.
Beschreibung des didaktischen Konzepts

Die Studierenden arbeiten mit Originalen, die sie in zwei für das besondere Buch ausgewiesenen Sammlungen vorfinden. Sie erkunden die Konzepte, aus denen Gestaltungen hervorgehen und erfahren, welche Bedeutung Techniken und Material an der Umsetzung haben. Sie erleben aus eigener Anschauung, wie die verschiedenen Elemente zusammenwirken, einander ergänzen und so das Buch zu einem Gegenstand umfassender Vermittlung machen. Der direkte Umgang mit den Büchern zeigt, dass ein Buch mehr ist als nur ein Informationsträger, dass die medialen Anteile Teil der Information ist. Die Handhabung des Buches zeigt weiterhin, wie Verarbeitung und Materialien die Rezeption beeinflussen.
Die Kooperation von Studierenden unterschiedlicher Disziplinen sensibilisiert die Studierenden für Denk- und Arbeitsweisen, die für die jeweilige Disziplin charakteristisch sind. Weiterhin reflektieren die Studierenden Erfahrungen und Theorie und übertragen sie in eine eigenständige Gestaltung. Die von jedem Studierenden vorgenommene Gestaltungsarbeit knüpft an
einem Aspekt an, der aus den Büchern der beiden Sammlungen abgeleitet ist. Im Endergebnis werden alle Ausarbeitungen in einer gemeinsamen Publikation zusammengeführt. Die Publikation soll einem weiteren Publikum vermitteln, welchen Anteil Bücher mit ihren vielfältigen Komponenten an der Konstruktion von Kulturen haben.

Produkte
Encyclopédie arbitraire

6 Hefte in unterschiedlichem Format enthalten Texte, die die Arbeit mit dem Künstlerbuch reflektieren und dies unter besonderer Berücksichtigung der Montageaspkete am Buch. Das Ergebnis bezeichnen wie als eine Enzyklopädie, weil die einzelnen Artikel sich gemeinsam auf das Themenfeld Buch beziehen. Die bunte Vielfalt, die das Buch als soclhes kenntzeichnet, wird über die Gestaltung reflektiert. Die Gestaltung wurde von Hanna Vortmüller erarbeitet, die Fertigstellung der Exemplare der Enzyklpädie von den Studierenden vorgenommen.

Angaben zum Lehrprojekt
Weitere Beteiligte

Prof. Dr. Marie Boivent

Fach/Institut: Art Plastque Université Rennes II

Rolle: Sonstiges

Sonstige Rolle: begleitende Professorin

Prof. Dr. Viola Hildebrand-Schat

Fach/Institut: Kunstgeschichtliches Institut

Rolle: Veranstaltungsleitung

Valery Ledenev

Fach/Institut: Kunstgeschichtliches Institut

Rolle: Sonstiges

Sonstige Rolle: begleitende Lehrende

Thorsten Baensch

Fach/Institut: Verleger Bartleby &Co.

Rolle: Referent*innen (extern)

Batia Suter

Fach/Institut: Verlegerin, Künstlerin

Rolle: Referent*innen (extern)

Tanja Leonhardt

Fach/Institut: Verlegerin & Künstlerin

Rolle: Referent*innen (extern)

Nina Ferrer-Gleize

Fach/Institut: Verlegerin & Künstlerin

Rolle: Referent*innen (extern)

Teilnehmende Studierende
Kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe-Universität Frankfurt: Maximilan Eikelmann, Hanna Vortmüller, Aurelia Rieger, Jovana Perovic, Theresa Heß / HfG Offenbach: Deborah Moldawsk, Carla Nagel